Neues aus der Sektion Reutlingen

Von Erfolgen und Herausforderungen – eine etwas andere DAV-Mitgliederversammlung

Vieles war anders bei der diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung der DAV Sektion Reutlingen. Anstatt wie gewöhnlich im April wurde nun am 16. September 2020 auf das vergangene Jahr 2019 geblickt. Erst eine parlamentarische Sitzordnung unter Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen konnte diese öffentliche Veranstaltung im Jahnhaus in Pfullingen möglich machen. Die Teilnahme war unter diesen Voraussetzungen erwartungsgemäß gering. Wie schon im Jahr 2018 konnte Jochen Ammann in seinem Bericht des Vorstandes für das Jahr 2019 auf eine Vielzahl von Sitzungen, Projekte und Veranstaltungen zurückblicken. Besonders die Informationen und Hintergründe zur ab 2020 bestehenden Vollmitgliedschaft beim Württembergischen Landessportbund (WLSB) wurden hervorgehoben. Die Sektion wird aktuell als sechstgrößter Sportverein Württembergs gelistet und ist damit auch mit Abstand größter Verein in Reutlingen.

Mitgliederentwicklung
Im Jahr 2019 verzeichnete der Verein erneut einen leichten Mitgliederzuwachs. So zählte die DAV Sektion Reutlingen Ende des Jahres 2019 10.853 Mitglieder. Dieser Aufwärtstrend setzte sich auch im laufenden Jahr bis Mitte August fort.

Fachbereiche
Es folgten die Berichte der einzelnen Fachbereiche, die im Jahr 2019 noch nahezu uneingeschränkt ihre Ausfahrten und Angebote gemäß des ausgeschriebenen Jahresprogramms durchführen konnten. Lediglich die Fachbereiche Skilauf und Nordic mussten aufgrund der schlechten Schneelage einige Ausfahrten absagen und wurden bereits Anfang 2020 von CORONA tangiert. Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei unserer Fotogruppe mit derzeit bereits 25 Mitgliedern.

Die beiden Sektionshütten Kaltenberghütte und Neue Reutlinger Hütte blicken auf eine erfolgreiche Saison 2019 zurück und weisen im Vergleich zu 2018 nochmals deutlich steigende Übernachtungszahlen auf. Die Vielzahl der Arbeitseinsätze, Baumaßnahmen und auch die Verleihung des Umweltgütesiegels für die Kaltenberghütte war ebenfalls Teil der Berichterstattung.

Ergebnis über Plan
Schatzmeister Sebastian Gehring konnte im Rahmen seines ersten Jahresberichtes über ein erfolgreiches Jahr 2019 berichten. Der Überschuss im laufenden Betrieb belief sich auf rund 176 TEUR und übertraf damit die Erwartungen des Wirtschaftsplans. Der für das Kletterzentrum vorsichtig geplante Überschuss konnte im Jahr 2019 erneut übertroffen werden. Hiermit bestreitet der Verein die laufenden Investitionen des Kletterzentrums sowie die Tilgung der dafür aufgenommenen Darlehen.

Auf der Kaltenberghütte konnte die Sektion hinsichtlich der Kostenplanung eine Punktlandung erzielen. Hinsichtlich der Gesamtausgaben dieses Projektes liegt der Verein weiterhin voll im Plan. Der Wirtschaftsplan für 2020 war und ist aufgrund der Auswirkungen von CORONA nur schwer kalkulierbar. Die Schließung des Kletterzentrums für 2,5 Monate hatte finanziell schwere Auswirkungen. Darum wird für dieses Jahr sehr vorsichtig geplant. Zur Liquiditätsverbesserung wurde Tilgungsaussetzungen mit den Darlehensgebern vereinbart. Sowohl für die Jahresrechnung, den Wirtschaftsplan als auch für die Entlastung des Vorstandes erteilten die Mitglieder ihre volle Zustimmung.

Beitragsanpassungen in 2021
Aufgrund zukünftiger Mehrbelastungen wurde der Antrag des Vorstandes zur Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab 01.01.2021 einstimmig von den anwesenden Mitgliedern beschlossen. Diese Anpassung ist notwendig, weil die Sektion künftig eine erhöhte Umlage pro Mitglied an den Hauptverein abführen muss und die Vollmitgliedschaft beim WLSB einer Erhöhung der Ausgaben zur Folge hat. Ferner muss damit gerechnet werden, dass bisher als sicher gegoltene Zuschüsse an die Sektion teilweise ausbleiben oder reduziert werden.  Mit dieser Maßnahme soll gewährleistet werden, dass der Verein auch zukünftig finanziell solide aufgestellt ist, um Rücklagen für Durststrecken und anstehende Investitionen zu bilden. Der 1. Vorsitzende bat um Verständnis für diesen Schritt. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Beitragserhöhung für 2021 wird für das Jahr 2020 ein einmaliges Sonderkündigungsrecht bis zum 15.11.2020 eingeräumt.

Ehrungen
6 Ehrennadeln in Bronze und 2 Ehrennadeln in Silber wurden für langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten vergeben. Bronze erhielten Judith Günther, Marc Kleindienst und Mario Wannenmacher für ihren Einsatz im Klettersport, sowie Hans-Martin Haas, Dietmar Steffen und Stefanie Stein für ihre Arbeit im Gremium des Vorstands und Beirats. Silber ging an Trainer im Fachbereich Klettern Matthias Staniek und Miriam Enz. Als besondere Anerkennung für sein unablässiges Engagement erhielt Gerd Patig die Ehrennadel in Gold.
Für herausragende sportliche Leistungen im Klettersport wurden Catrin Gorzellik und Nina Ulitzsch mit der silbernen sowie Helen Danco mit der bronzenen Sportehrenurkunde geehrt.

Ausblick
Für das Jahr 2020 standen zahlreiche Jubiläen, Veranstaltungen und Feste auf dem Programm, wie z.B. 10 Jahre Kletterzentrum Reutlingen, 50 Jahre Neue Reutlinger Hütte, Ehrenamtsfest, Alpinflohmarkt, Ehrungsabend, Wettkämpfe und vieles mehr. Aufgrund der CORONA-Pandemie mussten viele dieser Veranstaltungen und ein Großteil der Ausfahrten abgesagt oder verschoben werden. Im späteren Jahresverlauf wurden Ausfahrten umgeplant und Alternativveranstaltungen angeboten. Jochen Ammann dankte allen Mitstreitern im Haupt- und Ehrenamt für die Unterstützung in dieser besonderen Zeit.

Wahlen
Viola Hajek wurde neu in das Amt der Öffentlichkeitsreferentin gewählt. Mirit Heyden schied nach 7 Jahren aus dem Amt Natur- und Umweltschutz aus. Ein Interessent für die Übernahme des Amtes ist bereits gefunden.  Janina Meier übergab das Amt des Kassenprüfers an Hans Wucherer.

Der 2. Vorsitzende Berthold Negwer dankte abschließend dem ersten Vorsitzenden für sein unermüdliches Engagement in einem besonderen Vereinsjahr. Jochen Ammann gab diesen Dank an sein Vorstands- und Beiratsteam weiter und rief alle Mitglieder dazu auf, sich im Ehrenamt für den Verein einzusetzen.

Text: Viola Hajek
Fotos: Bernd Pfann

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