Geschafft! Ausbildung zum Fachübungsleiter Mountainbike

Nach drei Jahren und insgesamt vier Ausbildungsblöcken, haben die ersten drei Mitglieder der Sektion Reutlingen die Ausbildung zum Fachübungsleiter Mountainbike im September 2017 erfolgreich absolviert.

Der Startschuss für die Mountainbike-Gruppe fiel bereits im Jahr 2014. Per Anzeige im Reutlinger Alpinist suchte die Sektion Reutlingen nach Mitgliedern, die Lust haben die Ausbildung zum Fachübungsleiter Mountainbike zu absolvieren und künftig das Programm für den Fachbereich Mountainbike auf die Beine zu stellen.

Nach einem ersten Treffen in der Reutlinger Geschäftsstelle fand sich schnell eine Gruppe von neun Interessenten die motiviert waren, bereits im Jahr 2015 ein Programm von Touren und Kursen im Jahresprogramm anzubieten. Allerdings war klar, dass wir schnellst möglich mit der Ausbildung beginnen. Da zu diesem Zeitpunkt bereits alle Ausbildungskurse für das Jahr 2015 ausgebucht waren, setzte Markus Meier in seiner Funktion als Ausbildungsreferent alle Hebel in Bewegung und organisierte für die Sektion kurzfristig einen Kombikurs der Ausbildungsblöcke 1 und 2 über den Hauptverein in München.

So hieß es im September 2015 für sechs von uns „ab nach Österreich in die Leutasch“ um mit der Ausbildung zu beginnen. Wir starteten damit uns erst einmal Gedanken darüber zu machen, was denn von einem guten Mountainbike-Guide erwartet wird und welche Fähigkeiten dieser mitbringen sollte. Hierbei kamen genau die Punkte auf, um die wir uns in der bevorstehenden Woche intensiv in Theorie und Praxis kümmerten, wie z.B. Fahrtechnik, Kartenkunde, Wetterkunde und technisches Know-How. Wir mussten zum Beispiel unserer Gruppe eine spezielle Fahrtechnik beibringen oder uns anhand der Karte an unbekannte Orte navigieren. Zum Abschluss des Lehrgangs durften wir gemeinsam in der Gruppe eine Tagestour planen, bei der jeder die Gruppe über ein Teilstück führte.
Im Juli 2016 führte uns der dritte Ausbildungsblock, der unter dem Motto „Mensch sein“ stand, nach Südtirol an den Kronplatz. In der ersten Hälfte der Woche beschäftigten wir uns mit dem Risiko- und Notfallmanagement. In der Theorie wurde uns zunächst vermittelt mit welchen Werkzeugen und Methoden wir Risiken in einer Gruppe minimieren können. Die Praxis führte uns dann mit dem Lift in den Bikepark des Kornplatzes und wir versuchten das zuvor gelernte umzusetzen. Am folgenden Tag ging es anhand von Fallbeispielen darum, einen Notfall zu erkennen und entsprechende Maßnahmen wie Erstversorgung und Notruf einzuleiten, zu koordinieren und sich dabei nicht nur auf den Verunfallten, sondern auch um die Gruppe zu kümmern. In der Wochenmitte bekam jeder von uns wieder ein Thema um einen Fahrtechnik-Lehrversuch für seine Gruppe vorzubereiten, was sich als gute Vorbereitung auf den Prüfungslehrgang im kommenden Jahr herausstellte.

In der zweiten Wochenhälfte ging es dann auf Tour. Anhand zweier fest vorgegebener Übernachtungspunkte musste jede Gruppe eine Tour über 2,5 Tage planen, die uns von unserer Unterkunft in St. Lorenzen erst zur Fanes-Hütte und am zweiten Tag dann zur Kreuzwiesen-Alm führte.

Nach diesem Kurs ging es dann für drei von uns im September letztes Jahr auf die Zielgerade: der Prüfungslehrgang im Trentino stand an. Hier wurde von unseren Prüfern genau beobachtet ob wir das, was wir in den letzten Kursen gelernt hatten, auch umsetzen können. In kleineren Gruppen bekamen wir gleich zu Beginn unsere Prüfungsaufgaben und die Tourengebiete zugeteilt. Und so begann jede Gruppe damit, die Fahrtechnik-Lehrproben vorzubereiten und gemeinsam zwei Tagestouren planen. Bei den Touren musste sich jeder so gut auskennen, dass er diese zu jedem Zeitpunkt als Guide übernehmen konnte.

Am folgenden Tag hatten wir vormittags erneut Zeit unsere Lehrproben vorzubereiten und die Tourenplanung abzuschließen. Nach dem Mittagessen starteten wir dann auch schon mit den Lehrproben bei denen wir, wie schon in den Kursen zuvor, unserer Gruppe eine Fahrtechnik vermitteln mussten. Diesmal allerdings mit dem Unterschied, dass jeder Schritt von unserem Ausbilder beobachtet und beurteilt wurde.

An den nächsten beiden Tagen ging es dann auf die von uns geplanten Touren, bei denen wir auch immer im Fokus der Ausbilder standen, auch dann wenn wir nicht in der Funktion des Guides unterwegs waren. Es wurden neben dem Führungsstil auch die Orientierung und die Fahrtechnik jedes Einzelnen auf der Tour beurteilt.

Am letzten Tag wurde dann noch unsere Fahrtechnik geprüft, die wir an vier Stationen unter Beweis stellen mussten. Ein Stehversuch in einem alten Mantel, eine auf engstem Raum gefahrene acht und ein ca. 30 cm hohes Hindernis, dass es zu überwinden galt bevor zuletzt noch eine Vollbremsung demonstriert werden musste. Aber damit waren wir noch nicht am Ende, denn am Schluss folgte auch noch eine theoretische Prüfung. Alle Prüfungen wurden dann von unseren Ausbildern ausgewertet und zusammengefasst und wir warteten gespannt auf unser Abschlussgespräch, das zwar für alle Mitglieder der Sektion Reutlingen, leider aber nicht für alle der Kursteilnehmer positiv ausfiel.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt warum nur drei unserer ursprünglich sechs angemeldeten Mountainbiker die Ausbildung erfolgreich abschließen konnten. Da auch an uns der Kelch der Verletzungen nicht vorbeigegangen ist, mussten leider drei Mitglieder aus unserem Team ihre Teilnahme am Prüfungslehrgang 2017 kurzfristig absagen. Sie werden diesen aber dann in 2018 nachholen.

Wir sind glücklich, dass wir die Ausbildung erfolgreich abschließen konnten und freuen uns auf viele gemeinsamen Touren und Fahrtechnikkurse mit euch.

Euer MTB-Team

Text und Foto: Tobias Schröder

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