DAV Reutlingen: Mitgliederversammlung im Zeichen des Neubaus der Kaltenberghütte

Die neuen Pläne für die Kaltenberghütte wurden genau unter die Lupe genommen. Foto: Helmut Kober

Die DAV-Mitglieder aus Reutlingen trafen sich am 25.4.2018 zur alljährlichen Mitgliederversammlung im Reutlinger Spitalhof.

Ein großes Thema waren die Fortschritte des Neu- und Umbaus der Kaltenberghütte, der im Herbst vergangenen Jahres startete. 2019 soll die Hütte in neuem Glanz erstrahlen und Bergsteigern das Erlebnis in der Höhe wieder versüßen.

„Es war wiedermal ein sehr bewegtes Jahr“, so fasste der erste Vorsitzende, Jochen Ammann, das Jahr des Deutschen Alpenvereins Sektion Reutlingen zusammen. Die insgesamt zehn Fachbereiche prägten das Jahr mit sportlichen Erfolgen, spektakulären Bauarbeiten auf den Hütten und jeder Menge spaßigen und gemeinschaftlichen Ausfahrten und Erlebnissen. Die Mitglieder bekommen von den ehrenamtlichen Leitern alljährlich eine große Bandbreite an Aktivitäten im Mountainbiken, Skifahren und Snowboarden, Klettern sowie Bergwandern und -steigen geboten. Egal ob bei der Seniorengruppe oder in der Jugend, beim DAV ist für jeden das Passende dabei. Sei es die Austragung verschiedener Kletterwettkämpfe im eigenen Kletterzentrum, Hochtouren im Gebirge, Wanderungen für Genießer oder Schnupperkurse für Kinder und Jugendliche.

Mit dem AKN (Arbeitsgemeinschaft Klettern und Naturschutz) arbeitete ebenfalls der Fachbereich Umwelt- und Naturschutz, bei einer Müllbergung am Rutschenfelsen auf der Schwäbischen Alb im Oktober zusammen. In steilem Terrain mit Geröll und brüchigem Gestein, forderte die Aktion einiges an Mut und körperlicher Fitness und war doch grundverschieden von der sonstigen Arbeit des Fachbereichs. Doch dank vieler helfender Hände waren die Rutschenfelsen innerhalb eines Tages wieder befreit von kaputten Fernsehern, Matratzen und sonstigem Gerümpel.

Auch die Wege um die beiden Hütten im Verwall müssen regelmäßig gepflegt werden. Für diese Aufgabe fand sich mit Günter Weber ein leidenschaftlicher Bergsteiger mit geschultem Auge, der in Zukunft die Rolle des Wegewarts übernehmen wird. Auch im Fachbereich Bergsteigen drehte sich das Personalrad weiter und Heiko Fibranz freut sich auf neue Herausforderungen des Fachbereichs.

Bauarbeiten auf den DAV-Hütten

Seit Oktober vergangenen Jahres wird die Kaltenberghütte wieder auf trapp gebracht. Einer der größten Bauabschnitte ist bereits in vollem Gange. Die alte Materialseilbahn ist bereits abgerissen und die neue soll bis zum Sommer vollends installiert sein. Auch das daran angrenzende Winterlager wird komplett neu gebaut.

Das Fundament dafür steht bereits. Für die neue Hütte wurde ein verbessertes Raumkonzept erstellt, das nicht nur den Gästen Vorteile bringt, sondern auch die Arbeit und das Leben auf der Hütte immens erleichtert. Auch neu, die Räumlichkeiten des Winterlagers können zukünftig auch als Seminarräume oder als Familienunterkunft genutzt werden. Rechtzeitig zur neuen Wintersaison soll das Winterlager im Juli bezugsfertig sein.

Anschließend wird das Haupthaus optimiert – neue Kellerräume, neuer Anstrich, neue Terrasse. Zum Saisonbeginn diesen Jahres möchte die Sektion auf der Kaltenberghütte wieder Bergsteiger empfangen.

Auch auf der Selbstversorgerhütte des DAVs gibt es Neuerungen. Das neue Projekt der Neuen Reutlinger Hütte wird vereinsintern bereits als „die goldene Latrine“ betitelt. Bei den Umbaumaßnahmen handelt es sich nämlich um die Errichtung einer neuen Toilette, die überarbeiteten Umweltvorschriften von Öster-reich entsprechen muss. Weshalb das scheinbar kleine Projekt aber dennoch einiges an Gelder schluckt, erklärte Hüttenwart Peter Langenbucher: „Der Bau der neuen Latrine wird deswegen so teuer, da die Arbeit in den Bergen und in dieser Höhe eben immer andere Vorgehensweisen erfordert und Herausforderungen mit sich bringt. Besonders der Materialtransport durch Hubschrauber spielt da eine große Rolle.“

Für den Umbau beider Hütten bekam die Sektion Fördergelder des DAV-Dachverbands und des Landes Österreich. Nur so waren die beiden notwendigen Großprojekte umsetzbar.

Vereinsinterne Sportlerehrung zierte den Abend

Seit einigen Jahren gehört die Klettergruppe des DAVs zu den erfolgreichsten der Region. Die aktiven Jugendlichen erklettern regelmäßig gute Platzierungen bei Wettkämpfen und konnte auch in diesem Jahr schon einige Medaillen gewinnen. Bereits im März wurden drei Athletinnen des DAVs bei der Sportlerehrung in Reutlingen Medaillen für herausragende sportliche Leistungen vergeben. Auch der Verein weiß die harte Arbeit der drei Jugendkletterinnen zu schätzen und verlieh im Rahmen der Mitgliederversammlung Ehrenurkunden. Bronze für Nina Ulitzsch der Jugend C sowie Catrin Gorzellik der Jugend A für den Baden-Württembergischen Meistertitel und Silber für Helen Danco die zusätzlich zum BaWü-Titel noch den Deutschen Meistertitel der Jugend B draufsetzte.

Unklarheiten der Satzung wurden ausgeräumt

Einer der letzten Programmpunkte der Agenda war die Satzungsänderung der Sektion. „Uns fielen vor einigen Wochen Lücken bzw. undeutliche Formulierungen in einigen Paragraphen der Satzung auf, die wir natürlich schnellstmöglich korrigierten. Für eine Satzungsänderung muss allerdings in einer ordentlichen Mitgliederversammlung abgestimmt werden und jeder einzelne Paragraph beschlossen werden,“ erklärte Vorstandsmitglied und Schriftführerin Stefanie Stein, die sich als berufliche Rechtsanwältin auch um formelle Angelegenheiten des Vereins kümmert. Bei der Änderung der Satzung handelte es sich lediglich um eine Formalität, die keine Auswirkungen auf die Mitglieder hat. Dennoch waren die Anpassungen notwendig. Ein wichtiger Beschluss am Abend war die Möglichkeit zur Einstellung eines Geschäftsführers oder einer Geschäftsführerin.

Nach einigen Stunden waren alle zehn Themen besprochen und diskutiert und das Vertrauen der Mitglieder in ihren Vorstand und Beirat weiterhin gestärkt. Jochen Ammann freut sich auf ein ereignisreiches Jahr 2018 und ist gespannt was es mit sich bringen wird.

Text: Anke Schmid
Fotos: Helmut Kober

 

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