19.02.2010: Neue Situation an der Achalm

 

Die Schotterhalden unterhalb des Gipfelplateaus. Von Bäumen und vom Unterholz freigestellt und vom Alpenverein komplett vom Müll befreit.

Seit Änderung der Eigentumsverhältnisse an der Achalm Mitte 2009, haben sich dort Veränderungen in der Landschaft ergeben. Dies konnte ich bereits bei einer Begehung der Achalm im vergangenen Oktober im Vorfeld des jährlichen Landschaftspflegetags feststellen. In der Gipfelbewaldung sind die südexponierten Schotterhalden unterhalb des Gipfelfelsens vom Unterholz und den Bäumen nahezu freigestellt worden. Konkret heißt das, dass die Stellen im Wald, an denen die Sektion Reutlingen im Rahmen ihrer Landschaftspflegetage in den vergangenen Jahren zwischen den Wanderwegen die Verbauungen gegen Wegabschneider errichtet, repariert und instand gehalten hat, nahezu komplett abgeräumt und viele Bäume gefällt worden sind. Hierbei handelt es sich um Ausgleichsmaßnahmen für den zusätzlichen Verlust von Lebensräumen von Amphibien und Reptilien durch den Bau des Südportals des Scheibengipfeltunnels nebst Rettungsstollen. Die Maßnahmen wurden von der Stadtverwaltung im vergangenen Sommer durchgeführt. Weil die Sektionsführung zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar und ich als Referent für Natur- und Umweltschutz im Adressverzeichnis der Stadt noch nicht aufgeführt war, haben wir als Sektion von den geplanten Maßnahmen in deren Vorfeld nichts erfahren.

Weil diese Maßnahmen der Stadt für unser Engagement an der Achalm Veränderungen mit sich bringen werden und um künftige Kommunikationslücken zu vermeiden, haben der 1. Vorsitzende und ich bei der Stadtverwaltung um einen Gesprächstermin gebeten, bei dem die neue Situation erörtert werden sollte. Dieser Termin hat im November stattgefunden. Hierbei haben wir deutlich gemacht, dass die Sektion Reutlingen im Rahmen ihrer Patenschaft auch weiterhin an ihrem landschaftspflegerischen Einsatz an der Achalm sehr interessiert ist. Das „bloße Müllaufsammeln“ ist nicht der wesentliche Teil unserer Patenschaftsvereinbarung. Da aber die bisherige Teilaufgabe im Bereich des Gipfels, Verbauungen gegen Wegabschneider zu errichten und zu pflegen, durch die Freistellungsmaßnahmen vorläufig wegfällt, wollten wir mit der Stadtverwaltung über mögliche neue Aufgabenstellungen für die Sektion im Rahmen unserer Patenschaft nachdenken und diskutieren. In diesem Zusammenhang hat uns die Stadtverwaltung ihre Ideen erläutert, für den Erhalt der Achalm sowohl als Kulturlandschaft, wie auch als Nah- und Kurzerholungsgebiet ein langfristiges und tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Bei der Erarbeitung dieses Konzepts wie auch bei dessen Umsetzung möchte sie sowohl die Sektion Reutlingen als auch andere Umweltschutzorganisationen einbinden. Hier steht man zwar erst am Anfang aber erste Ansatzpunkte für die Sektion Reutlingen hierzu wurden besprochen. Weitere Gespräche werden im Frühjahr 2010 stattfinden.

Es bleibt mir noch zu berichten, dass der letztjährige Landschaftspflegetag am 7. November wieder ein großer Erfolg war. Es waren um die 20 freiwillige Helfer vor Ort: Junge und Ältere, Familien mit Kindern und auch eine Familie mit drei Generationen war vertreten. Hierbei erwies sich die neue Situation als sehr vorteilhaft. Durch die Freistellungen konnten dieses Mal auch die Schotterhalden direkt unterhalb des Gipfels von dem Müll befreit werden, der seit Jahren vom Gipfelplateau und dem unmittelbar an der Abbruchkante liegenden Grillplatz geworfen wird: Flaschen, Dosen, Grillroste und weiterer Unrat. Allen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle für ihren Einsatz wieder ganz herzlicher Dank gesagt.

Erstmalig war auch ein sektionsfremder Helfer mit dabei. Dieser hatte mich bei einer meiner Begehungen der Achalm beim Müllsammeln angesprochen und gefragt, ob und wie er sich am Landschaftsschutz an der Achalm beteiligen kann. Er ist meiner Einladung zur Teilnahme am Landschaftspflegetag gefolgt und hat versprochen auch künftig wieder mit dabei sein zu wollen. Ich erwähne dies deshalb, weil meines Erachtens dadurch deutlich wird, dass unser Einsatz an der Achalm trotz aller Anstrengung und mancher Frustration bei der Bevölkerung Aufmerksamkeit und Anerkennung findet. Auch und gerade deshalb ist unsere Patenschaft für den Achalmgipfel eine Erfolgsgeschichte. Diese sollten wir fortsetzen und weiter vertiefen.

(Text: Peter Langenbucher)

Diese Seite bookmarken bei:
Sie können RSS-Feeds für News und Termine abonnieren: