Hochtourenwochenende am Illursprung

Text: Simon Lerach, Bilder: Teilnehmer

Am Donnerstag, den 26. Juli 2012, herrschte am Fuße der schwäbischen Alb schon sehr früh Aufbruchstimmung. Mit dem Fachübungsleiter für Hochtouren Martin Maier und dem Fachübungsleiter für Bergsteigen Siegfried Stehlig, ging es für eine Gruppe von 8 Personen mittels Kleinbus um 5 Uhr in Richtung Bielerhöhe (2037m). Dort stießen die beiden noch fehlenden Personen zur Gruppe und das Hochtourenwochenende am Illursprung konnte beginnen.

Nach dem Verteilen der Ausrüstung erfolgte der Aufstieg zur Wiesbadener Hütte (2443m). Petrus bescherte uns „Kaiserwetter vom allerfeinsten“ und auch die Stimmung untereinander hätte von Anfang an nicht besser sein können. Für die nächsten 4 Tage standen Hochtouren mit Gletscherausbildung und Spaltenbergung, sowie die Besteigung des Piz Buin und der Dreiländerspitze auf dem Programm. Nach einem „sauguten“ Kaiserschmarren und dem Beziehen der Zimmer, ging es in voller Montur auf den Vermuntgletscher. Während des gesamten Mittags wurden verschiedenste Übungen durchgeführt: Techniken des Steigeisengehens, Sicherung auf dem Gletscher, Spaltenbergung, Standplatzbau in Eis und Schnee sowie das Lesen des Gletschers. Auch auf individuelle Anregungen, Fragen und Probleme gingen „Made“ und „Sigi“ gern, mit viel Geduld und ausführlich ein.

Standplatzbau Abalakow-Eissanduhr
Standplatzbau Abalakow-Eissanduhr
Übung Spaltenbergung
Übung Spaltenbergung

Am späteren Nachmittag stieg die Gruppe dann wieder zur Hütte ab. Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Nachschlag, einer kurzen Nachbesprechung und der Planung des nächsten Tages, ging man zum gemütlichen Teil des Abends über. Die Nacht war schnell vorbei und so ging es los in Richtung Piz Buin. Über die Grüne Kuppe gelangte die Gruppe zum Ochsentaler Gletscher. Dort erfolgte dann das „Anrödeln“ bevor man sich vorerst noch ohne Seil auf den aperen Gletscher begab. Als das Zährgebiet durchschritten war, musste angeseilt werden. So wurden nun die zum Teil noch schneebedeckten Längs- und Querspalten und das gesamte Nährgebiet überquert bis die gesamte Gruppe zur Buinlücke, dem Übergang zwischen Kleinem und Großem Piz Buin, gelangte. Nach einer kurzen Pause begannen Martin und Siegfried den „8 wissbegierigen Bergsteigerlein“ das folgende Vorgehen zu erklären. Es ging nun auf dem Normalweg in Richtung Gipfel. Eine kurze Stelle wurde gesichert, sodass am Ende alle sicher auf dem Gipfel des Piz Buin (3312m) ankamen. Das Gipfelfoto durfte natürlich nicht fehlen, bevor es nach einem ausgiebigen Sonnenbad und einem gemütlichen Rundumblick auf demselben Weg wieder nach unten ging.

Ochsentaler Gletscher Gletscherzunge
Ochsentaler Gletscher Gletscherzunge
Ochsentaler Gletscher Anstieg
Ochsentaler Gletscher Anstieg
Ochsentaler Gletscher Seilschaft
Ochsentaler Gletscher Seilschaft

Das Abendessen ließ am heutigen Tag etwas länger auf sich warten. Diese Zeit wurde zur Lagebesprechung genutzt: für den nächsten Tag war schlechtes Wetter vorausgesagt, jedoch erst gegen Mittag. Wegen des kleinen Zeitfensters wurde beschlossen die Dreiländerspitze zu besteigen.

Um kurz vor 6 Uhr war die Nacht für uns vorbei und es ging über einen kurzen Anstieg zum Vermuntgletscher. Auch dieser war aper, sodass wir mit den Steigeisen an den Schuhen zügig in Richtung Ochsenscharte marschierten. Nach einem kurzen steilen Stück war dann auch der Bergschrund erreicht. Ein Rucksackdepot wurde eingerichtet und es folgte eine Kletterpassage im II.Grad hinauf zum Gipfel. Auch hier sicherten unsere beiden Fachübungsleiter das letzte Stück mit einem „Gländersoil“ ab und der vorausgehende „Sigi“ erreichte das Gipfelkreuz der Dreiländerspitze (3197m) mit dem Worten: „Isch des geil man!“. Damit beschrieb er äußerst treffend die letzten Meter hinaus zum Gipfel und den sehr imposanten Gipfelaufbau des Berges, der auf der Grenze von Vorarlberg, Tirol und der Schweiz liegt. Der Genuss war leider nur von kurzer Dauer, da sich der Wetterumschwung am Himmel schon ankündigte.

Dreiländerspitze Vorgipfel
Dreiländerspitze Vorgipfel
Dreiländerspitze Gipfel
Dreiländerspitze Gipfel
DAS Team
DAS Team

Wir machten uns an den Abstieg, schnappten unsere Rucksäcke und schafften es tatsächlich fast alle trocken zurück zur Hütte, bevor es 5 Sekunden nach Ankunft der ersten beiden, wie aus Eimern zu schütten und zu hageln begann. Am Nachmittag wurde das Erlernte noch einmal in versammelter Runde wiederholt und Martin und Siegfried waren begeistert, wie viel ihre Gruppe in den 3 letzten Tagen gelernt hatte. Im Anschluss ging man zum Programm des letzten Abends über. Dies bestand neben spielerischen Koordinations- und Konzentrationsübungen auch aus dem Füllen der Mineral- und Kohlehydratspeicher (Hefe hell). Am nächsten Morgen wurde aufgrund des „Sauwetters“ sehr gemütlich und ausgiebig gefrühstückt, bevor es nach dem Rucksackpacken in Richtung Bielerhöhe hinab ging. Auf dem Parkplatz wurde das Wochenende von „Made und Sigi“ offiziell beendet und alle „10 Bergsteigerlein“ fuhren mit dem Fazit: „Waren das geniale Tage!“ nachhause.

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