Doğa, Unterwegs im Rätikon

Auf Bergtouren Begegnungen schaffen! Zum zweiten Mal wurde die Idee des Referats für Migrationsfragen der Stadt Reutlingen und der Sektion Reutlingen des Deutschen Alpenvereins, auf anderen Ebenen Begegnungen zu schaffen, realisiert. Unter dem Projektnamen "Doğa", was so viel wie "Natur" bedeutet, gingen Anfang September 27 Mitglieder des Nachbarschafts- und Freundeskreises, des Türkischen Kultur- und Integrationsvereins, der Yunus-Emre-Moschee - Muslim Gemeinde und der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde auf Bergtour.

Am Drusentor

Wandern ist Trendsport. Was bei uns selbstverständlich scheint, ist nicht überall so ausgeprägt. Für einige der Teilnehmer war wandern in den Bergen unbekannt und hatte deshalb den Touch eines Abenteuers.
Doch alle, die an diesem sonnigen Freitagnachmittag zur Lindauer Hütte unterwegs waren, hatten sich auf dieses Bergabenteuer eingelassen. Die dreitägige Bergtour hatte begonnen. Die ersten Höhenmeter hatten wir mit der Golmer Bergbahn erobert, so dass die letzten zwei Stunden des Hüttenanstiegs verhältnismäßig unspektakulär, jedoch auf Grund der sommerlichen Temperaturen nicht schweißfrei verliefen. Am späten Nachmittag war die Hütte erreicht, das erste kalte Getränk getrunken und die Lager bezogen. Nachdem jeder mit Hüttenschlafsack oder Leintuch und ausreichend Decken versorgt war, konnte man zum gemütlichen Teil des Tages übergehen. Das Team der Lindauer Hütte versorgte die hungrige Gruppe mit ausreichend und sehr gutem Essen. Mit angeregten Gesprächen ging dieser erste Tag zu Ende.

Am nächsten Morgen war der Aufstieg zum Drusentor, 2343 m angesagt, und von da aus weiter zur Carschinahütte auf der Schweizer Seite des Rätikons. Eine Tour mit mehr als 600 Höhenmeter im Aufstieg und das bei sengender Hitze. Der Weg führte zum Teil über Blockgestein und die „Drei Türme“, das Wahrzeichen der Lindauer Hütte waren stets im Blickfeld, was sehr beeindruckend war. Der Grenzübertritt am Drusentor in die Schweiz war unspektakulär, so dass wir bald ein wohlverdientes Radler auf der Carschinahütte genießen konnten.
Als Rückweg benutzten wir denselben Steig wie beim Aufstieg, nach anfänglichen Unsicherheiten im steilen Geröll war der Weiterweg zur Hütte problemlos. Dort gab es ein dickes Lob für die großartige Leistung nicht nur die „kleinen“, sondern auch für die „großen“ Bergwanderer. Auf der Sonnenterrasse bei Apfelstrudel und anderen kulinarischen Köstlichkeiten wurde es dann richtig gemütlich, aber nur solange bis das näherkommende Gewitter alle in die schützende Hütte scheuchte.
Alle waren sich einig, dass diese Veranstaltung im nächsten Jahr wieder in das Tourenprogramm genommen werden soll.

Text und Foto: Helmut Kober


Diese Seite bookmarken bei:
Sie können RSS-Feeds für News und Termine abonnieren: