Schweiß ist Schwäche, die den Körper verlässt

12 tapferen Bergwanderer, die mit Dorothee Stengel und Inge Schumacher die Achttälertour in der Venedigergruppe genießen durften, haben nicht mehr viel Schwäche in uns: nach über 4500 Hm und mancher Zusatz-Tour am Nachmittag spüren wir nur noch die Kraft und Erhabenheit der Berge.
Der erste Tag stand natürlich im Zeichen des Aufstiegs. Nach der ersten Pause auf der Nilljochhütte, wo uns der Wirt einen Schnaps spendierte, ging es flott voran. Kurz vor der Ankunft auf der Bonn-Matreier-Hütte gab’s einen kleinen Schneesturm – ein Glück - denn Schnee macht ja weniger nass als Regen.

Auf dem Weg von der Johannishütte zum Türmlijoch

Am nächsten Morgen starteten die Kälte-Unempfindlichen bei -2 Grad und Sonne in kurzer Hose und mit Handschuhen. Bei unserer Einkehr in die Eisseehütte wurden wir von einer sehr netten Aushilfe bestens bedient: er wusste wenig, machte aber fast alles möglich. Der Kuchen wurde vom Nachwuchs serviert, der ihn auf dem langen Weg zur Terrasse gewissenhaft vorgekostet hat.

Die Zopetscharte und das anschließende Dorfertal inspirierte 3 Sänger zum Kufstein-Lied und einem Walzer-Tanz unter erschwerten Bedingungen: in Bergstiefeln und mit Damen-Solo.

Im Wellnesstempel

Das Highlight am 3. Tag war ein Wellness-Tempel unter freiem Himmel im Maurertal. Wir liefen barfuß in den kleinen Quellen und Bächen, die durch die Wiese gluckerten. Das eiskalte Wasser, die Steine und das weiche Moos brachten den Kreislauf richtig in Schwung.   

Die etwas knifflige Etappe von der Essen-Rostocker-Hütte über die Hochkarscharte mussten wir leider umgehen. Das hieß: Abstieg nach Ströden und Aufstieg entlang der kraftvollen, tosenden, berauschenden Umbalfälle.

Türmlijoch

Die Clarahütte im Umbaltal ist ein besonderes Kleinod: sie versteckt sich zum Lawinenschutz halb im Berghang. Der Strom wird hier mit einem neu gebauten Wasserrad und einer Solaranlage erzeugt. Fossile Brennstoffe sind nicht nötig.

Auf dem Weg durch’s Dabertal haben uns die einzigen Regentropfen der ganzen Tour erwischt: den ersten Gewitterschauer konnten wir in und hinter einer kleiner Jagdhütte abwarten. Der zweite hat uns auf freiem Feld voll erwischt und zu einem Sprint zur Neuen Reichenberger Hütte veranlasst. Bei der Nachmittagstour auf die Gösleswand begeisterte uns der Blick auf die Drei Zinnen und einige weitere Dolomitengipfel.

Blümchenweg Umbaltal

Am letzten Morgen gab es noch ein ganz besonderes und erfrischendes Erlebnis: 3 Berg-Nixen tauchten um 6 Uhr früh in den Bödensee ein.   

Es war eine wirklich beeindruckende und abwechslungsreiche Tour, meist mit Blick auf die Gletscher der Hohen Tauern, oft auf die Eishaube des Großvenediger. Botanische Highlights waren die Bärtige Glockenblume, Gelber und Blauer Eisenhut, 2 einsame Edelweiß, die Arzneiläpprige Riesenraupe oder hieß sie Akeleiblättrige Wiesenraute … ? Abends wurde in fröhlicher Runde „Der Wächter 21 mal vom Turm geblasen“ und gekniffelt.  

Text: Uta Kienle, Fotos: Dorothee Stengel, Brigitte Braun, Karin Beck

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