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Natur und Umweltschutz
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Natur- und Umweltschutz
Für alle Aktivitäten in dieser Sparte ist zuständig: Der Referent für Natur- und Umweltschutz der DAV-Sektion Reutlingen Peter Langenbucher peter.langenbucher@dav-reutlingen.de Tel: 07121-340399
Wenn Sie Interesse haben, in dieser Fachdisziplin mitzuwirken oder falls Sie Fragen haben, so nehmen Sie gerne Kontakt mit ihm auf.
Samstag, 08. Mai 2010 ...
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| Reinhard Braxmaier, der Naturschutzbeauftragte der Stadt Reutlingen, weist die Gruppe ein. Peter Langenbucher, links im Bild, assistiert. |
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... wir stellen unseren Gästen der Sektion Schwaben unser Patenkind vor.
(Text: Peter Langenbucher Bilder: Helmut Kober)
Die Umweltgruppe der Sektion Schwaben auf der Achalm
Die Umweltgruppe der Sektion Schwaben ist einer Einladung von uns im März 2010 gefolgt und hat am 8. Mai Reutlingen besucht. Wie es sich für Natur- und Umweltfreunde gehört, sind die „Schwaben“ mit dem Zug angereist und wurden von mir am Bahnhof abgeholt. Über die Wilhelmstraße ging es dann in Richtung Marktplatz, wo uns unser Erster Vorsitzende, Helmut Kober, schon erwartete. Im Rahmen einer kleinen Stadtführung zeigten wir unseren Gästen die Marienkirche, Zunftbrunnen, Obere Wilhelmstraße und Stadtgraben. Natürlich wollte man auch die „schmalste Straße“ der Welt sehen und so haben wir den „Schwaben“ auch die Spreuerhofstraße und das Hexenhäusle unserer Vereinsjugend gezeigt. Anschließend ging es über die Oststadt hinauf auf den Scheibengipfel. Einige unserer Gäste waren dann ob der vielen Treppen doch erstaunt, wie hoch sich doch der Scheibengipfel über die Stadt erhebt.
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| Deutscher Enzian (Gentianella germanica) |
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Am Parklatz stießen dann noch einige Sektionsmitglieder und auch Hansjörg Munz, der Naturschutzreferent der Sektion Tübingen, zu uns, so dass wir alles in allem eine Gruppe von ca. 20 Personen waren. Von dort an übernahm Reinhard Braxmaier, Naturschutzbeauftragter der Stadt Reutlingen die Führung. Herr Braxmaier hatte sich für die Führung der Achalm gut vorbereitet und konnte mit Geologie, Geschichte, Archäologie und vor allem der Pflanzenvielfalt der Kulturlandschaft Achalm aufwarten. Er gestaltete mit seinen Beiträgen unseren Anstieg auf den Achalmgipfel äußerst kurzweilig. Auf dem Südweg in Richtung Rappenplatz ist bereits sichtbar, dass die ursprüngliche Kulturlandschaft wieder hergestellt wird. Mit Unterstützung des Naturschutzzentrums Listhof wurden die Schwarzdornhecken bis zum Waldrand gerodet. Diese Flächen sollen zukünftig wieder durch Schafe beweidet und dadurch freigehalten werden, so dass hier wieder Kalkmagerweiden entstehen können. Am Rappenplatz erklärte Herr Braxmaier unseren Freunden der Sektion „Schwaben“, dass dieser Ort wohl schon vor nahezu fünftausend Jahren besiedelt war. Heute befindet sich dort leider nur noch eine wirklich wilde Feuerstelle. Dennoch bietet die weitere Umgebung des Rappenplatzes eine besondere Pflanzenvielfalt. Dort finden sich u.a. der deutsche Enzian, der Fransenenzian, die Hummel-Ragwurz, Knabenkraut und viele andere mehr wie auch an anderen Stellen der Achalm. Auf dem Bergfried genossen wir dank des guten Wetters einen fantastischen Rundblick. Nach ca. 2 Stunden machten wir uns an den Abstieg und auf den Weg zur Gartenwirtschaft „Rosengarten“, wo wir den Tag bei gemütlichem Beisammensein ausklingen ließen. Mein Dank gilt nochmals allen Mitwirkenden und Teilnehmern an unserer Rundtour, die allesamt zum guten Gelingen beigetragen haben. Die Freunde der Sektion Schwaben haben dann eine Einladung an unsere Sektion ausgesprochen, im nächsten Jahr auf Gegenbesuch nach Stuttgart zu kommen und uns einmal dort die Umgebung anzuschauen. Der Termin wird für alle Interessierten im Tourenprogramm 2011 bzw. im Alpinist bekannt gegeben.
Der Referent für Natur- und Umweltschutz....
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| Die Schotterhalden unterhalb des Gipfelplateaus. Von Bäumen und vom Unterholz freigestellt und vom Alpenverein komplett vom Müll befreit. |
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......mit einem aktuellen Bericht über die
Neue Situation an der Achalm
(Peter Langenbucher)
Seit Änderung der Eigentumsverhältnisse an der Achalm Mitte 2009, haben sich dort Veränderungen in der Landschaft ergeben. Dies konnte ich bereits bei einer Begehung der Achalm im vergangenen Oktober im Vorfeld des jährlichen Landschaftspflegetags feststellen. In der Gipfelbewaldung sind die südexponierten Schotterhalden unterhalb des Gipfelfelsens vom Unterholz und den Bäumen nahezu freigestellt worden. Konkret heißt das, dass die Stellen im Wald, an denen die Sektion Reutlingen im Rahmen ihrer Landschaftspflegetage in den vergangenen Jahren zwischen den Wanderwegen die Verbauungen gegen Wegabschneider errichtet, repariert und instand gehalten hat, nahezu komplett abgeräumt und viele Bäume gefällt worden sind. Hierbei handelt es sich um Ausgleichsmaßnahmen für den zusätzlichen Verlust von Lebensräumen von Amphibien und Reptilien durch den Bau des Südportals des Scheibengipfeltunnels nebst Rettungsstollen. Die Maßnahmen wurden von der Stadtverwaltung im vergangenen Sommer durchgeführt. Weil die Sektionsführung zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar und ich als Referent für Natur- und Umweltschutz im Adressverzeichnis der Stadt noch nicht aufgeführt war, haben wir als Sektion von den geplanten Maßnahmen in deren Vorfeld nichts erfahren. Weil diese Maßnahmen der Stadt für unser Engagement an der Achalm Veränderungen mit sich bringen werden und um künftige Kommunikationslücken zu vermeiden, haben der 1. Vorsitzende und ich bei der Stadtverwaltung um einen Gesprächstermin gebeten, bei dem die neue Situation erörtert werden sollte. Dieser Termin hat im November stattgefunden. Hierbei haben wir deutlich gemacht, dass die Sektion Reutlingen im Rahmen ihrer Patenschaft auch weiterhin an ihrem landschaftspflegerischen Einsatz an der Achalm sehr interessiert ist. Das “bloße Müllaufsammeln“ ist nicht der wesentliche Teil unserer Patenschaftsvereinbarung. Da aber die bisherige Teilaufgabe im Bereich des Gipfels, Verbauungen gegen Wegabschneider zu errichten und zu pflegen, durch die Freistellungsmaßnahmen vorläufig wegfällt, wollten wir mit der Stadtverwaltung über mögliche neue Aufgabenstellungen für die Sektion im Rahmen unserer Patenschaft nachdenken und diskutieren. In diesem Zusammenhang hat uns die Stadtverwaltung ihre Ideen erläutert, für den Erhalt der Achalm sowohl als Kulturlandschaft, wie auch als Nah- und Kurzerholungsgebiet ein langfristiges und tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Bei der Erarbeitung dieses Konzepts wie auch bei dessen Umsetzung möchte sie sowohl die Sektion Reutlingen als auch andere Umweltschutzorganisationen einbinden. Hier steht man zwar erst am Anfang aber erste Ansatzpunkte für die Sektion Reutlingen hierzu wurden besprochen. Weitere Gespräche werden im Frühjahr 2010 stattfinden.
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| Zwischen den Wanderwegen: Neuer Lebensraum für Kleintiere - aber auch freie Fahrt für unverbesserliche Wegabschneider |
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Es bleibt mir noch zu berichten, dass der letztjährige Landschaftspflegetag am 7. November wieder ein großer Erfolg war. Es waren um die 20 freiwillige Helfer vor Ort: Junge und Ältere, Familien mit Kindern und auch eine Familie mit drei Generationen war vertreten. Hierbei erwies sich die neue Situation als sehr vorteilhaft. Durch die Freistellungen konnten dieses Mal auch die Schotterhalden direkt unterhalb des Gipfels von dem Müll befreit werden, der seit Jahren vom Gipfelplateau und dem unmittelbar an der Abbruchkante liegenden Grillplatz geworfen wird: Flaschen, Dosen, Grillroste und weiterer Unrat. Allen Helferinnen und Helfern sei an dieser Stelle für ihren Einsatz wieder ganz herzlicher Dank gesagt.
Erstmalig war auch ein sektionsfremder Helfer mit dabei. Dieser hatte mich bei einer meiner Begehungen der Achalm beim Müllsammeln angesprochen und gefragt, ob und wie er sich am Landschaftsschutz an der Achalm beteiligen kann. Er ist meiner Einladung zur Teilnahme am Landschaftspflegetag gefolgt und hat versprochen auch künftig wieder mit dabei sein zu wollen. Ich erwähne dies deshalb, weil meines Erachtens dadurch deutlich wird, dass unser Einsatz an der Achalm trotz aller Anstrengung und mancher Frustration bei der Bevölkerung Aufmerksamkeit und Anerkennung findet. Auch und gerade deshalb ist unsere Patenschaft für den Achalmgipfel eine Erfolgsgeschichte. Diese sollten wir fortsetzen und weiter vertiefen.
Linke Wittlinger Felsen
Biotop und Klettergelände unwiederbringlich zerstört
(Text: Peter Langenbucher, Bild: DAV Reutlingen)
Seit jeher hat sich der Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AKN) in mehreren Arbeitseinsätzen darum bemüht, die Linken Wittlinger Felsen über der Steige vom Seeburger Tal nach Wittlingen von Geröll und losem Gestein zu befreien. Nachdem sich die zuständigen Behörden in 2008 zu umfangreichen Felsberäumungsmaßnahmen entschlossen hatten, hat der AKN mit Unterstützung der Bergwacht und in Absprache mit dem Landratsamt Reutlingen an den Felsen erneut einen Arbeitseinsatz zur Unterstützung der Verkehrssicherungsmaßnahmen naturschonend durchgeführt. In dieser Phase hat sich der Sprecher des AKN, Jörg Greiner, bei vielen Gesprächsterminen mit den zuständigen Behörden und auch vor Ort dafür verwendet, dass alle weiteren Maßnahmen naturverträglich durchgeführt und möglichst viele der bekannten Routen für die Kletterer erhalten werden.
Neben dem AKN war auch der Landesnaturschutzverband (LNV) in die Planungs-phase für die durchzuführenden Maßnahmen eingebunden, da die Linken Wittlinger Felsen nicht nur als beliebtes Klettergebiet gelten, sondern auch nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU als Biotop geschützt sind. Der LNV hat beim Regierungspräsidium Tübingen Anfang 2009 eine Fachaufsichtsbeschwerde wegen des Vorgehens der zuständigen Behörden eingelegt.
Seither wurde der private Naturschutz zu den Verkehrsicherungsmaßnahmen an den Linken Wittlinger Felsen nicht mehr konsultiert. Vielmehr sind großflächige Sprengungen an den Felsen vorgenommen worden. Einige Kletterrouten sowie wertvolle Standorte für seltene Pflanzen und Rückzugsmöglichkeiten für seltene Tierarten existieren nicht mehr. Hierzu ist anzumerken, dass die ausführende Firma nach abgetragenem Felsvolumen bezahlt wurde, was unter dem Gesichtspunkt des Zusammenwirkens von Naturschutz und dem Erhalt ausgewiesener Klettergebiete an den Albfelsen absolut nicht zielführend ist. Es ist unbestritten, dass Menschen, die unter solchen Felsen täglich unterwegs sind, vor herabfallendem Gestein geschützt werden müssen und die hierfür zu ergreifenden Maßnahmen eine schwierige Aufgabe sind. Dennoch müssen die Zielsetzung dieser Maßnahmen für alle Beteiligten nachvollziehbar sein und überprüfbare Alternativen aufgezeigt werden. Die Sektion Reutlingen und der Landesverband Baden-Württemberg des DAV setzen sich mit dem AKN und dem LNV weiterhin dafür ein, dass sichergestellt wird, dass künftige Maßnahmen an Albfelsen zur Verkehrssicherung auf das Notwendige beschränkt, verfahrenstechnisch korrekt und gegebenenfalls mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden.
[Kompletter Artikel als PDF.....]
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