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Tourenberichte Sommer
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4000er Berge im Wallis, 2009
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Im Banne des Matterhorns
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| Obwohl nicht der höchste Berg der Walliser Alpen: das Matterhorn zieht jeden Blick magisch an. Fotostandort: Alphubeljoch |
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Traumberge, Gletscher und begeisterte Bergsteiger
(Text und Bilder: Ulrich Hagen)
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| Die letzten Meter zum Gipfel der Weißmies. Martin Maier (vorne) und Helmut Lengerer (dahinter) |
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„Ich verreck’ schier und dia and’re laufet mit die Händ’ im Hosasack rum!“ Einer der Teilnehmer an der Hochtourenwoche „4000er im Wallis“ brachte es zum Ausdruck. Die Unterschiede in den Voraussetzungen bei den 14 Bergfexen waren beträchtlich: Altersabstand bis 25 Jahre, hochtourenerprobt und erstmalig auf Steigeisen, konditionell topfit und erkältungsgeplagt, persönlich gut ausgerüstet und der Kampf mit der Leihausrüstung.
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| Gelöste Stimmung nach dem Gipfelerfolg |
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Dennoch harmonierte die von den Fachübungsleitern Andreas Gaiser und Martin Maier geführte Truppe praktisch vom ersten Tag an. Keimzelle hierfür und Stimmungsgarant war die Fünfer-Seilschaft „50 plus“ aus Sonnenbühl-Undingen.
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| Ausrüstungs-Check mit Martin Maier und Andreas Gaiser (von links) |
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Die Meisten haben das Matterhorn bisher nur im Film oder auf Bildern gesehen. Umso größer war die Begeisterung, als sie dem Wahrzeichen der Schweizer Berge erstmals direkt gegenüber standen. Bevor es so weit war, hatten die Fachübungsleiter aber erst einmal Training und Eingehberge auf den Plan gesetzt.
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| Christa Klein im Übungseis |
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Die Hohsaashütte liegt aussichtsreich und hoch, ist aber ein auf Skibetrieb ausgelegter Zweckbau ohne Hüttenambiente. Übernachtungshöhe 3100 Meter: für jemanden, der vom Höhenniveau des Albvorlandes kommt, ein ganz schöner Hammer.
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| Normalroute auf die Weissmies (4017 Meter): eine reine Gletschertour |
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Dafür fiel der Höhenunterschied zur Weissmies (4017 Meter) einigermaßen moderat aus. Eben eine Eingehtour. Den ersten Gipfel der Woche haben noch alle gepackt.
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| Skeptische Blicke: Da müssen wir hinauf zum Lagginhorn? |
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Fixseil und Überwindung Das benachbarte Lagginhorn (4010 Meter) ist schon nicht mehr so frequentiert, weil man erst einmal 200 Meter absteigen muß, und weil statt eines gemütlichen Gletscherhatschers ein Felsgrat und ein steiles Gipfeleisfeld zu bewältigen ist
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| Lorenz Ott stärkt sich noch einmal vor dem Gipfeleisfeld zum Lagginhorn |
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Sorgen dann Niederschläge in der Nacht für einen Eisüberzug der Felsen, dann wird aus dem PD (petit difficile) in der Literatur schnell eine ernste Unternehmung, bei der es ohne Zwischensicherungen und Fixseile nicht ausgeht.
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| Bernd Herrmann: die Weißmies hinter sich, das Weißbier vor sich |
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Andreas und Martin spielten hier ihre ganze Erfahrung zum Vorteil der Gruppe aus. So war sicher jeder froh, als er wieder heil unten war. Kombiniertes Gelände und Gipfeleisfeld seilfrei zu begehen erfordert Überwindung und sicheres Stehen auf den Eisen.
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| Das Matterhorn erstrahlt im zarten Morgenrot |
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Noch immer aber war das Matterhorn nicht zu sehen. Erst beim Quartierwechsel spitzte es kurz zwischen den Bäumen durch. Der Ruhetag kam jedem gelegen und erlaubte, die Hütte und deren Umgebung zu erkunden.
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| Wo die Edelweiss blüh'n: direkt hinter der Täschhütte |
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Die Täschhütte (2700 Meter) ist eine wirkliche Gebirgsunterkunft, und kombiniert den steinernen Altbau mit dem Neubau aus Holz in idealer Weise. Dazu kommt die vorbildliche Einbindung von Umweltausstattung.
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| Martin Maier, Andreas Gaiser auf dem Gipfel des Alphubel. Ihr nächstes Ziel steht hinter ihnen: das Weisshorn |
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Dennoch verschwanden alle beizeiten im Bett. 1500 Meter zum Alphubel (4206 Meter) im Auf- und Abstieg ließen Anstrengung erahnen.
Spaltengefahren Die sollte sich aber lohnen. Über 25 Viertausender waren zu erspähen, der Mont Blanc davon der höchste. Am markantesten aber ragte das Matterhorn empor. „Zwischen felsigen Höh’n und den tiefblauen Seen...“ Die Undinger hatten noch genug Luft, um auf dem Gipfel ihr Berglied anzustimmen. Alle waren sich einig: diesen Tag kann man nicht mehr toppen
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| Schaurig schön, aber nicht sehr vertrauenerweckend: Spaltenbrücke am Alphubel |
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Und doch mahnte Andreas zum Abstieg. Die beim Aufstieg noch festen Firnbrücken über einige Riesenspalten waren in der Tat schon verdächtig weich.
Das Bergpanorama, das man vom Gipfel des Alphubel aus sieht, gibt es hier zum Download (Achtung: Dateigröße 2,3 MByte!) [Zum Download...]
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| Abendstimmung in den Walliser Bergen |
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1600 Höhenmeter auf ganz angenehme Art legten die Bergsteiger schließlich am letzten Tag zurück. Mit der Zahnradbahn von Zermatt hinauf zum Gornergrat. Dort waren sie dem Matterhorn noch ein Stück näher.
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| Bernd Herrmann: Dort hinauf sind wir. Westgrat am Lagginhorn |
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Aber auch den Sünden des Skipistenbaues am Theodulgletscher. Und der gewaltigen Monte Rosa Gruppe. Lyskamm, Signalkuppe, Castor und Pollux machen Lust auf eine weitere 4000er Woche.
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| Nächste Ziele? Lyskamm, Castor, Pollux und Breithorn |
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Die Undinger allerdings haben dem Mont Blanc schon mal ihren Eispickel gezeigt. Dort hinauf wollen sie nämlich nächstes Jahr ihren Vereinswimpel zum 100-jährigen Bestehen ihres TSV Undingen tragen.
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Die Reutlinger Hochalpinisten vor der Täschhütte und dem Zinalrothorn und dem Weißhorn (von links): Andreas Gaiser, Frank Busch, Christa Klein, Lorenz Ott, Thomas Renz, Bernd Herrmann, Guido Finnah, Ulf Steinecke, Helmut Lengerer, Siegfried Reiff, Martin Maier, Ulrike Lutz, Ulrich Hagen
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