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Mit den Gewinnern der Eisblockwette unterwegs in der Silvretta

Abbildung: Vor den Eisbrüchen des Ochsentaler Gletscher: Mirco Zachmann, Karl-Heinz Zachmann, Nora Blochinger, Oliver Blochinger, Reinhard Braxmaier, Doris Hagen (von links nach rechts)
Vor den Eisbrüchen des Ochsentaler Gletscher: Mirco Zachmann, Karl-Heinz Zachmann, Nora Blochinger, Oliver Blochinger, Reinhard Braxmaier, Doris Hagen (von links nach rechts) 

Abbildung: Der geschundene Ochsentaler Gletscher: das breite Felsenfenster im herabfließenden Gletscher (links im Bild) gab es vor zwölf Jahren noch nicht!
Der geschundene Ochsentaler Gletscher: das breite Felsenfenster im herabfließenden Gletscher (links im Bild) gab es vor zwölf Jahren noch nicht!  Diese Abbildung vergrößern...
„Das hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so hoch hinauf komme, und noch dazu bis an einen Gletscher“. Nora Blochinger aus Reutlingen brachte ihre Gedanken zum Ausdruck, nachdem sie den Gewinn der „Eisblockwette“ einlösen durfte: eine Gebirgswanderung mit dem Reutlinger Alpenverein mit Hüttenübernachtung und Gletscherbesuch.

Abbildung: Der Silvretta Stausee nimmt das Wasser der Silvrettagletscher auf
Der Silvretta Stausee nimmt das Wasser der Silvrettagletscher auf  Diese Abbildung vergrößern...
Vor Jahresfrist war auf dem Marktplatz in Reutlingen ein Rieseneisblock aufgestellt, gut eingepackt in ein besonders wärmegedämmtes Holzhaus. Die Schätzfrage lautete: „Wieviel Masse bleibt nach 47 Tagen von dem Eisklotz noch übrig?“. Nora Blochinger lag mit 66% fast richtig. Noch einen Hauch besser mit seiner Schätzung lag Karl-Heinz Zachmann aus Pforzheim. Nun waren beide Gewinner zusammen mit ihren Söhnen Mirco Zachmann und Oliver Blochinger auf der vom Alpenverein ausgearbeiteten Tour unterwegs. Die Silvrettagruppe in den österreichischen Alpen war das Ziel. Aufregend bereits die Anfahrt zur 2034 Meter hoch gelegenen Bieler Höhe über die Silvretta-Hochalpenstraße: in 30 Spitzkehren windet sich die Straße 1000 Höhenmeter den Berg hinauf und oben wird der Blick frei auf den Piz Buin (3312 Meter), den wohl bekanntesten Gipfel in der Silvretta.

Abbildung: Teufelskralle
Teufelskralle  Diese Abbildung vergrößern...
„Wir gehen die Sache langsam an und laufen gerade so schnell, dass wir uns nebenher noch gut unterhalten können“, gibt der Ausfahrtleiter Ulrich Hagen das Tempo vor. Während dem Aufstieg zur Wiesbadener Hütte (2443 Meter) erleben die Wanderer die volle Blüte der Alpenflora

Abbildung: Vor einer historischen Karte
Vor einer historischen Karte  Diese Abbildung vergrößern...
und erfahren von Reinhard Braxmaier, dem Umweltschutzbeauftragten der Stadt Reutlingen, allerhand über den Verlauf des Ochsentaler Gletschers, als dieser bis zum Jahr 1850 noch weit ins Tal hinunter reichte. Über drei Kilometer hat er sich seither zurückgezogen. Die Seitenmoränen lassen erkennen, wie hoch das Eis früher hinaufgereicht hat.








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Mit Erstaunen haben die Wettgewinner registriert, dass eine Alpenvereinshütte nicht etwa eine spartanische Angelegenheit ist. Immerhin gibt es dort Vierbettzimmer, ordentliche Wasch- und Duschräume und gutes Essen fernab von Nudeln mit Tomatensoße. Doch zuvor sollten sie noch das richtige Gletschergefühl vermittelt bekommen. Seit Jahren wird regelmäßig mit Farbkennzeichnungen im Gelände markiert, wo der Gletscherstand war. „Schaut her, hier ist die 1995er Marke“, zeigt Ulrich Hagen auf einen Felsblock. Der Gletscher ist seither gut 150 Meter zurückgewichen.

Abbildung: An der 2006er Marke: im Hintergrund der Vermuntgletscher
An der 2006er Marke: im Hintergrund der Vermuntgletscher  Diese Abbildung vergrößern...
Über einen Altschneerest durften die Wanderer gefahrlos ein paar Meter auf den Gletscher. „Ab hier geht es nur noch mit Steigeisen und Seilsicherung weiter“ erklärt der Ausfahrtleiter.

Mit Respekt schauen sie von der Wiesbadener Hütte hinauf zur Grünen Kuppe, einem kleinen Gipfel auf 2579 Meter Höhe. Dort hinauf will Hagen die Gruppe am nächsten Tag führen. „Wir sehen da oben in den Gletscherbruch und die Spaltenzone hinein und erleben bei der kräftigen Sonne das Abschmelzen des Eises“ erklärt er.

Abbildung: Am Rand des Vermuntgletschers: ab hier geht es nur noch mit Hochtourenausrüstung weiter
Am Rand des Vermuntgletschers: ab hier geht es nur noch mit Hochtourenausrüstung weiter  Diese Abbildung vergrößern...
Alle haben es geschafft und waren tief beeindruckt von der Wucht des Eises, das aufgrund der globalen Erwärmung dennoch so vergänglich ist. Eine Temperaturerhöhung von zwei Grad bedeutet eine Verschiebung der Gletscherlandschaft um 200 Meter in die Höhe.

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Und dadurch gerät auf der Erde viel mehr Wasser in Umlauf, weshalb wolkenbruchartige Regenfälle zunehmen. Nachdenklich verlassen die Wettgewinner die Gletscherlandschaft.



Letzte Änderung: 31.07.2008  |  Druckversion  |  zum Seitenanfang


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