Bergsteigerinnen am Watzmann
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| Der höchste Watzmanngipfel: die Mittelspitze 2713 m |
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Groß und mächtig - Schicksalsträchtig Um seinen Gipfel jagen - Nebelschwaden. A Donnern schickt er oft ins Tal Und dann schauderts alle auf amal Wann er donnert, Gott behüt, der Berg, der kennt kein Einsehn net Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg, du bist so groß - und i nur a Zwerg. (Wolfgang Ambros / Josef Prokopetz, 1974)
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| Vor dem Watzmannhaus |
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Sechs Frauen starten am Samstag, den 16. Juli 2005 zur Mittagszeit am Königssee. Gemeinsames Ziel ist die Überschreitung des Watzmann im Berchtesgadener Land. Groß und mächtig sieht er von unten aus, immerhin sind es 2000 Höhenmeter von Königssee bis zu den drei Gipfeln des Watzmann hinauf. Doch unsere Tagesetappe beträgt zunächst 1300 Höhenmeter: steile Wege nach Kühroint und weiter über den Falzsteig hinauf zum Watzmannhaus 1930 m. Das Haus ist voll belegt, obwohl das Wetter zu Wünschen übrig lässt, kühl ist es und recht windig.
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| Am Hocheck 2651m |
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A Donnern schickt er oft ins Tal – in dieser Nacht erleben wir es hautnah: Blitz und Donner, Hagel und heftige Regenschauer rauben uns den Schlaf – und dann schauderts alle! Sonntagmorgen um 6.00 Uhr: Frühstück. Draußen ist es dunkel – von den Wolken, denn die Sonne ist schon längst aufgegangen. Um 7.00 Uhr brechen wir auf, reihen uns in die Schlange der Gipfelanwärter ein. Es ist sehr windig und kühl aber für die ersten 700 Höhenmeter ganz angenehm zum Aufsteigen. Um seinen Gipfel jagen – Nebelschwaden! Auch heute! In den Wolken steckt der erste Gipfel des Watzmann, das Hocheck 2651 m.
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| Auf dem Grat |
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Wir pausieren kurz und legen die Klettersteigausrüstung an: Klettergurt, Helm, Klettsteigset und Handschuhe. Dann beginnt das eigentliche Abenteuer: die Begehung des Grates hinüber zu den zwei anderen Watzmanngipfeln. Luftig, wegen der Windböen, die uns dort oben den ganzen Tag begleiten und teilweise sehr ausgesetzt gehen wir weiter. Höchste Konzentration ist gefordert. Denn nur ein Teil des Grates ist mit Drahtseilen versichert.
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| Kletterpassagen bei der Überschreitung |
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Lange und auch ausgesetzte Passagen müssen frei begangen werden. Einziger Trost: durch die Wolken, die in der Ostwand hängen, sieht man auf dieser Seite nicht ins Tal hinab, also nicht bis zum Königssee. Wir erreichen den Mittelgipfel, mit 2713 m die höchste Erhebung des Watzmann und die Südspitze, 2712 m. Du bist so groß - und i nur a Zwerg.
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| Gipfelerlebnis auf der Watzmann - Südspitze 2712 m: Ursula Stütz, Christa Klein, Ute Müller, Ingrid Schübel, Dagmar Mettenleiter und Heidi Buck (von links nach rechts) |
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Nach verdienter Brotzeit beginnt der Abschnitt „der Berg, der kennt kein Einsehn net“. Der Abstieg durch die Schönfeldschneid ist äußerst mühsam, Schotter, Schrofen, Absätze, die man abklettern muss, Schneisen, mit Ketten abgesichert, ausgespülte Rinnen. Der Weg ist in einem sehr schlechten Zustand. Und das ganze geht 1400 Höhenmeter runter. Nur die letzten 100 Höhenmeter gehen über einen „Wanderweg“. Nach einem langen Tag erreichen wir die Wimbachgrieshütte im Wimbachgries (so heißt dieses Tal).
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| Abstieg zum Königssee über die Sigeretplatte |
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Um die Runde zum Königssee zurück zu beenden, steigt allerdings nur ein Teil der Gruppe nach Trischübel auf. Von dort geht der Weg steil und ausgesetzt, aber dafür sehr einsam hinab über die Sigeretplatte nach St. Bartholomä am Königssee. Die abschließende Bootsfahrt belohnt mit dem Blick auf die Kirche St. Bartholomä und die darüberliegende Watzmann – Ostwand für die Strapazen der letzten drei Tage.
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| St. Bartholomä und die Watzmann - Ostwand |
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Text: Ute Müller Bilder von Dagmar Mettenleiter (Gipfelerlebnis Watzmann - Südspitze) und Ute Müller
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