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Sektionstag: Hüttenzauber im Verwall

Abergläubische Menschen werden sich wohl bestätigt fühlen: Eine Ausfahrt, die am Freitag den 13. beginnt – wenn das mal gut geht. Dabei hatte es so gut angefangen. Nach einer angenehmen Anfahrt mit dem Reisebus bewältigte die bunt gemischte Gruppe die 450 Höhenmeter von der Alpe Rauz zur 2089 Meter hoch gelegenen Kaltenberghütte in rund zwei Stunden und bei noch bestem Wetter. Eine zweite Gruppe mit den Kleinsten war bereits separat vorgefahren, startete von St. Christoph und kam parallel auf der Hütte an. Doch schon als die letzten in der Hütte eintrafen, zogen dichte Wolken durch das Klostertal die Berghänge hinauf und brachten den Regen mit.

Alternativprogramm am Samstag

Der sollte uns zwar den ganzen Samstag über treu bleiben, doch hatten die Ausfahrts- und Bergwanderleiter reichlich Alternativprogramm im Gepäck. Während Margit Schwarz für die jüngeren Hüttengäste ein buntes Spieleprogramm startete, gaben Inge Schumacher, Peter Langenbucher, der die Ausfahrt vorbildlich organisiert hatte und Steffen Riek Einblicke in die richtige Verwendung von Karte und Kompass. Und damit es nicht zu theoretisch blieb, folgte unter Führung von Helmut Kober, dem 1. Vorsitzenden der Sektion, eine kleine Wanderung rund um die Hütte mit Besichtigung der neuen Quellfassung. Da noch immer Schnee anzutreffen war, folgten wichtigen Tipps zum Begehen von Schneefeldern. Wagemutig stürzte sich Peter Langebucher ein Schneefeld hinunter, um zu zeigen, wie man durch schnelles Drehen in den Vierfüßlerstand die Fahrt stoppen kann. Eine Teilnehmerin erzählte anschaulich, wie ihr genau das passierte und sie ohne diese Technik zu kennen über 200 Meter tiefer erst kurz vor einem Felsabschnitt wieder zum Halten kam.
Reichlich durchnässt aber dennoch bestens gelaunt schmeckten nach der Rückkehr zur Hütte Marillenstrudel und Kaffee natürlich doppelt gut, bevor dann in einer zweiten Runde das Verhalten bei einem Bergunfall besprochen wurde.
Wie kurzweilig solch ein verregneter Hüttentag sein kann, zeigte sich, als bereits das Abendessen auf dem Tisch stand und es nahtlos in einen zünftigen Hüttenabend überging. Die Wirtsleute Uli und Renate Ries feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Hüttenjubiläum und wurden in dieser Funktion von Helmut Kober geehrt. Eigens angereiste Musiker, die ebenfalls zu Fuß hochgekommen waren, unterhielten auf Gitarre und Akkordeon mit Tiroler Liedern und streuten reichlich Kalauer ein. Wie gut, dass wir mit dem 1. Vorsitzendem und dem Hüttenwart Hans Kuhn gleich die beiden maßgeblichen Personen auf der Hütte hatten, sodass die Hüttenruhe weit nach hinten verschoben wurde.

Auf dem Berggeistweg zurück

Auch am Sonntag wollte zur Abreise das Wetter anfangs nicht besser werden. Dennoch ließ es sich eine kleine Schar nicht nehmen, den längeren Berggeistweg über den Albonagrad zu nehmen. Und während der Großteil über den Paul-Bantlin-Weg Richtung St. Christoph unterwegs war, erlebten die „Berggeistler“ ein Wechselspiel aus Regen, Graupel, Wind und Wolken. Nach Überschreiten des Grats kämpfte sich jedoch immer häufiger die Sonne durch und wurde nur noch gelegentlich von Wolken verdeckt. Nahezu zeitgleich trafen sich dann alle wieder in St. Christoph, von wo es zurück nach Reutlingen ging. Trotz des unfreundlichen Wetters waren sich alle einig: Eine gelungene Ausfahrt, die nächstes Jahr wieder stattfinden und einen festen Platz im Jahresprogramm bekommen muss.

Bilder (von Helmut Kober, Steffen Riek)

Oben: Der 1. Vorsitzende Helmut Kober (links) ehrt Pächterehepaar Renate und Uli Ries für 20 Jahre engagierten Betrieb der Hütte.

Untern links: Urgemütliches „Karteln“ in der Hütte.

Unten mitte: Die Teilnehmer trotzten dem schlechten Wetter. Im Hintergrund die neue Quellfassung oberhalb der Hütte.

Unten rechts: Noch reichlich Schnee am Albonagrat.

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